Ein bisschen Geschichte      
  Das Wappen: die Schildkröte und die 3 Rauten

Die schwarze Schildkröte auf weißem Grund ist das Wettolsheimer Wappen laut "Armorial Général de France"  (wörtlich übersetzt : allgemeines Wappenbuch von Frankreich) aus dem Jahre 1696. Davor war die Raute (oder 3 Rauten) der Familie von Wettolsheim auf den Grenzsteinen als Wappen abgebildet.


Betrachtet man das „Herz des Heiligen Augustinus“ auf den Grenzsteinen der Besitztümer der Abtei Marbach in Wettolsheim genauer, so kann man nach reiflicher Überlegung zum Schluss kommen, dass aus einer schlechten Zeichnung oder einer sehr freien Interpretation dieses flammenden und von zwei Pfeilen durchbohrten Herzens eine Schildkröte geworden sein könnte ?!
         
Die Burg HAGENECK Die HOHLANDSBURG auf dem Hohlandsberg

Die Burg Hageneck wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts auf einem Felsvorsprung auf 420 m Höhe in einer Talmulde oberhalb des Dorfes errichtet. Sie gehört zum Besitz der Gemeinde Wettolsheim, die sie im Jahre 1912 für
42 000 Gold-Mark erwarb.

Derzeit sind Instandhaltungsmaßnahmen im Gange, um diese Burg zu erhalten. Es ist die einzige Burg im weiteren Umkreis, bei welcher der Burgfried dem Besucher zugänglich ist.

Die Burg Hohlandsburg, welche Wettolsheim überragt aber zur Gemeinde Wintzenheim gehört, bietet einen Panoramablick von 360°. Einst war sie eine der größten mittelalterlichen Festungen im Elsass, Hauptsitz der Habsburger.
Der Bau begann im Jahre 1279. Lazarus von Schwendi, Berater des österreichischen Kaisers Maximilian II erwarb sie1563 und modernisierte sie. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg geschleift.

Heute gehört sie zum Besitz des Departement Haut-Rhin (Ober-Rhein), das bedeutende Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt hat und ist zur Besichtigung freigegeben.
Die Kirche Saint-Rémi

Gebaut wurde diese 1780–1782 an der Stelle einer früheren, dem Heiligen Johannes dem Täufer geweihten Kapelle, welche schon im Jahre 1319 erwähnt wird und 1713-1714 wieder aufgebaut wurde. Die heutige Gemeindekirche wurde in den Jahren 1983 und 2004 restauriert.

Zu bewundern sind dort die Statue des Heiligen Remigius, ein Taufbecken aus der Renaissance, ein Orgelgehäuse aus dem 18. Jh. und, hoch hinter dem Hauptaltar, ein Gemälde von Corty aus dem Jahr 1825 mit der Darstellung der Taufe Chlodwigs I.

Die Martinsburg

Das Schloss Martinsburg, zum ersten Mal im Jahre 1145 erwähnt, wurde 1960 zerstört. Es lag im Süden des Dorfes in einem großen Park mit Gartenanlagen, Weiher und Obstgärten, umgeben von Weinbergen und mit Rundblick auf die elsässische Ebene. Im Besitz der Familie von Maltzen war es von 1784 bis 1787 das Liebesnest der Gräfin Luise von Albany und des Grafen Vittorio Alfieri, großer italienischer Dichter und Dramatiker aus Asti im Piémont, der hier mehrere seiner Werke verfasst hat.

Heute ist leider sozusagen keine Spur mehr von diesem Gebäude vorhanden.

         
Der archäologische Ausgrabungsort Königsbreite

Ab 1987 begann das Projekt einer Niederlassung von Ricoh Industrie France auf der Gemarkung Königsbreite in Wettolsheim Gestalt anzunehmen.
Die Königsbreite war schon lange bekannt für archäologische Funde anläßlich von Feldarbeiten oder partiellen Ausgrabungen durch Kaplan Sig, Abbé Glory, Charles Bonnet und Madeleine Jehl. Die ausgegrabenen Relikte verteilen sich über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahrtausenden: von der jüngeren Steinzeit um ca. 5300 v. Chr. bis zur römischen Epoche.

Das hier gezeigte Skelett ist typisch für die Grabstätten aus dem Neolithikum: auf der linken Seite liegend, die Beine angezogen, Vorderarme vor das Gesicht gelegt (Kultur der Linearkeramik). Bemerkenswert sind die zwei großen Klingen aus Feuerstein auf dem Körper und, links davon, die Klinge eines Querbeils.